Das Alter…. soviel mehr als nur eine Zahl

Das Alter…. soviel mehr als nur eine Zahl

So, da bin ich wieder. Vielleicht ist es gar nicht weiter aufgefallen, dass es hier etwas still geworden war – eventuell hat mich aber doch der ein oder andere vermisst. Obwohl ich mich bestmöglich an meine eigenen Tipps, Tricks und Lebensweisheiten halte, holt auch mich der Alltag manchmal zu sehr ein und das ein oder andere Ereignis oder ein Virus wirft mich aus der Bahn…. und tatsächlich waren die letzten Wochen dann doch etwas schwieriger zu händeln und die Erschöpfung ist noch immer greifbar. Wenn der Körper dann im Alltag zwangsläufig zu einer Ruhepause gezwungen wird, läuft der Kopf oft umso mehr. Bei dem Besuch meiner Freundin kamen wir auf einige Dinge zu sprechen, die eigentlich unterschiedlicher nicht sein könnten und mir noch lange durch den Verstand gegeistert sind. Verschiedene Familienumstände, Lebensphasen, gesellschaftliche Erwartungen… eines hatten diese Situationen gemein – sie waren bestimmt vom Alter. Noch lange habe ich über unser Gespräch nachgedacht und mir dann überlegt, dass diese Gedanken es wert sind mit Euch zu teilen. Sehr gerne nehme ich auch Eure Gedanken oder Anmerkungen zu diesen Themen auf – dafür steht die Kommentarfunktion zur Verfügung und wir können uns austauschen. 

Jedes Alter und die damit verbundene Lebensphase hat ihre eigenen Herausforderungen  – dies ist uns sicher allen ganz klar. Was sich bei unserem Gedankenaustausch jedoch herauskristallisiert hat, ist, dass es heutzutage schwieriger denn je ist, in der jeweiligen Situation die vermeintlich richtige Entscheidung zu treffen bzw. bei sich zu bleiben. Meine Freundin Marlene erzählte mir von der Tochter ihrer Freundin. Die Tochter, die mit Mitte Zwanzig noch zuhause lebt. Sie ist noch in der Ausbildung und kann zum größten Teil auch remote arbeiten (also von zuhause aus) und muss nur selten vor Ort sein, was ihr bzw. ihrem Gesundheitszustand entgegen kommt. So kann sie notwendige Therapien durchführen und in ihrem Tempo weiterhin genesen. Für die Familie passt dies und für die Tochter, an guten Tagen, auch. An weniger guten Tagen, oft durch Bemerkungen von Fremden, aber auch Freunden und Bekannten, Schulkameraden  und auch Social Media fühlt sie sich schlecht. Sie vergleicht sich und sieht dann lediglich, was andere in ihrem Alter oder sogar jünger tun oder erreicht haben. Dass sie jeden Tag auch neben dem Alltag noch andere (gesundheitliche) Kämpfe fechten muss – und dies schon seit Jahren – sieht sie dann nicht. Hier liegt die Messlatte der Gesellschaft recht hoch und sie fühlt sich ausserhalb der Norm. Doch wer bestimmt denn eigentlich diese Norm? Interessant ist es hier auch die Perspektive zu erweitern, denn manchmal hilft bereits der Blick in ein anderes Land bzw. eine andere Kultur. So erzählte ein Bekannter (er ist Italiener), dass es bei ihm zuhause durchaus „normal“ ist, dass junge Leute bis 30 Jahre oder älter – oftmals mindestens bis zur Beendigung des Studiums – zuhause  wohnen und diesen Luxus ohne wenn und aber genießen können. Der eine ist mit 18 Jahren bereit sein Leben selbstständig führen zu können und zu wollen, der andere vielleicht erst mit 28 Jahren – warum müssen wir dies alles bewerten und beurteilen?

Ganz anders sind die Sorgen und Gedanken von Marlene gelagert. Sie hat ihre Eltern, die zunehmend Hilfe einfordern. Hier sage ich auch bewusst einfordern, denn es ist kein Bitten um Hilfe und das Danke sucht man auch vergebens. Ihr wird gespiegelt, es sei ihre Pflicht und ständig wird ihr das schlechte Gewissen nicht genug zu tun aufgedrängt. Ihr Bruder wohnt in Süddeutschland, doch sie ist hier immer greifbar. „In meiner Jugend wurde ich häufig vorgeführt und verglichen und war nie gut genug – dann konnte ich mich etwas davon lösen, jedoch jetzt holt es mich wieder ein und egal, wie ich helfe und was ich tue – es reicht nie aus.“ 

Sichtlich erschöpft, verunsichert und überfordert, fragte sie mich um Rat. Ich bin der Meinung, wenn man Ratschläge und auch Taten wiederholt, ohne Resultate bzw. Dank und Einsehen, kann man auch nicht wirklich mehr tun. Ich habe ihr tatsächlich nun geraten, mehr auf sich zu schauen und zu achten, um nicht selbst unterzugehen. Ich denke auch, dass es in dieser Situation eventuell unmöglich ist selbst zu helfen und dann darf man auch Hilfe organisieren bzw. dies anbieten, um die eigenen Ressourcen zu schonen – auch wenn es um die eigenen Eltern geht. Niemand läuft in „deinen Schuhen“ und kann sich darüber ein echtes Urteil erlauben und dieses „das gehört sich aber so“ ist eigentlich durch moderne Lebensumstände auch nicht mehr tragbar und auch hier stellt sich wieder die Frage: wer bestimmt denn eigentlich, was sich gehört und welches der richtige Weg ist.

Marlene und ich haben auf jeden Fall für uns das Resümee gezogen, dass wir versuchen möchten, so gut wie möglich zu altern. Wir möchten dafür einiges tun – z.B. Kraftsport, Bewegung, gute Ernährungsgewohnheiten fördern, Entspannung (in der Natur) und gesundheitliche Untersuchungen zur Vorsorge.

Heute weiß man ja bereits soviel mehr, als vor einigen Jahrzehnten und jeder kann persönlich viele Dinge tun um dem Alter im Pass eine bessere Qualität zu geben.

Gerne gehe ich auch auf das ein oder andere Thema noch detaillierter ein – wie gesagt – ich freue mich auf regen Austausch mit Euch.

In diesem Sinne: „Bleibt gesund, entspannt und ein bisschen neugierig!“ 

Eure Vera Vitalis

 

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