Die Dunkelheit kommt in diesen Tagen früh. Sie ist gefühlt überall und legt sich über Landschaften, Straßen und manchmal auch über unsere Gedanken. Weihnachten rückt näher – ein Fest, das traditionell mit Licht, Nähe und Geborgenheit verbunden ist. Und doch erleben viele Menschen diese Zeit als emotional fordernd: Ängste werden noch lauter, die Erschöpfung eines langen Jahres macht sich bemerkbar, ungelöste Sorgen drängen in den Vordergrund. Wenn dann noch akut eine schlechte Nachricht oder herausfordernde Situation hinzukommt ist man ganz schnell komplett überfordert. Unser Nervensystem läuft auf Reserve.
Gerade jetzt können kleine, bewusste Gesundheitsrituale große Wirkung entfalten. Ich möchte mich nicht ständig wiederholen, deshalb nur kurz die Schlagworte, denn auf viele Rituale bin ich bereits in den vorherigen Artikeln eingegangen. Also hier die Erinnerung:
- Licht bewusst nutzen
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Atmung beruhigen (Besonders hilfreich: das verlängerte Ausatmen.)
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Wärme und Routinen
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soziale Verbindungen pflegen
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Bewegung ohne Leistungsdruck
Eventuell kann man auch doch den ein oder anderen Termin auslassen oder verschieben und stattdessen einmal durchatmen. Regelmäßige Einnahme von passenden Nahrungsergänzungsmitteln (wie Vitamin C, D, Selen und Zink zB.) und Händewaschen priorisieren, zum Eigenschutz und dem der Mitmenschen.
Stellvertretend für viele verschiedene Gefühlslagen möchte ich heute Angst und Hoffnung ansprechen.
Angst ist kein Feind. Sie ist ein biologisches Warnsystem, das uns schützen soll. Problematisch wird sie erst dann, wenn sie dauerhaft aktiviert bleibt. Chronischer Stress und anhaltende Sorgen halten den Körper im Alarmmodus: Puls und Blutdruck steigen, die Atmung wird flacher, das Immunsystem arbeitet weniger effizient.
Gerade in dunklen Jahreszeiten kann diese Daueranspannung zunehmen. Deshalb ist es ein wichtiger gesundheitlicher Schritt, Angst nicht zu verdrängen, sondern ihr bewusst Raum zu geben – ohne ihr die Kontrolle zu überlassen. Allein das Benennen von Gefühlen wirkt regulierend auf das Nervensystem.
Hoffnung ist weit mehr als ein schönes Wort. In der Gesundheitsforschung gilt sie als schützender Faktor: Menschen mit einer hoffnungsvollen Grundhaltung zeigen geringere Stressreaktionen, eine bessere Herz-Kreislauf-Regulation und oft auch eine höhere Therapietreue bei Erkrankungen. Hoffnung bedeutet nicht, dass alles gut wird. Sie bedeutet, dass wir dem Leben zutrauen, dass Entwicklung möglich ist – auch im Kleinen. Weihnachten erzählt genau davon: vom leisen Neubeginn im Dunkeln. Es ist das Vertrauen, in sich und eine höhere Macht.
In diesem Zusammenhang fällt mir eine Geschichte ein, die ich sehr liebe und die sicher viele kennen. Die Erzählung vom schwarzen und weißen Wolf. Der Schwarze ist das Sinnbild für Wut, Traurigkeit, Ärger, Ängste etc. und der weiße Wolf das Gegenteil, nämlich Freude, Liebe, Hoffnung, Mitgefühl… beide kämpfen in uns jeden Tag. Fragt man sich welcher der Beiden gewinnt, lautet die Antwort: Der den man füttert! Deshalb lassen Sie uns den weißen Wolf füttern und auf diesem Wege Licht in uns und die Welt bringen.
Vielleicht darf Weihnachten in diesem Jahr anders sein. Weniger perfekt, weniger laut, dafür achtsamer. Gesundheit bedeutet nicht, frei von Angst zu sein, sondern gut für sich zu sorgen, während sie da ist. Es bedeutet die eigenen Grenzen zu erkennen und durchzusetzen und Vertrauen und Hoffnung zu leben und zu stärken. Mögen diese Tage uns daran erinnern, dass Dunkelheit nicht das Gegenteil von Licht ist, sondern sein Hintergrund. Und dass Hoffnung dort wächst, wo wir sie wachsen lassen – all diese Gefühle wollen gefühlt werden und brauchen ihren Raum.
In diesem Sinne wünsche ich ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen tollen Start ins neue Jahr
„Bleiben Sie gesund, entspannt und ein bisschen neugierig!“
Ihre Vera Vitalis





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